Leitfaden: Schreiben im Web - Die Onlinerin

Schreiben im Web

Das Leseverhalten im Internet ist anders als im Printbereich. Deshalb muss für Online-Leser auch anders geschrieben werden!

Ein guter Web-Text ist schlicht, prägnant, einfach und ein Rückwärts-Krimi:
Der Name des Mörders steht im Titel. Das Wesentliche zum Tathergang im Teaser.

Tipps zum Schreiben im Web

Das Wichtigste vorweg

Benutzer überfliegen und scannen den Text nach Schlüsselwörtern.

Listen, Hervorhebungen und Absatz-Überschriften helfen dem Leser beim Scannen.

Überschriften dienen der pointierten Information und sind die wichtigste Aufforderung zum Weiterlesen.

Das Prinzip der umgekehrten Pyramide: Die Schlussfolgerung gehört an den Anfang.

Je kürzer der Text ist, desto eher wird er gelesen.

Eine Idee pro Abschnitt.

Hochwertige Bilder verdeutlichen die Aussage

Externe Links unterstreichen die Glaubwürdigkeit des Autors.

Präzise und objektive Sprache ist ein Muss. Bei Übertreibungen finden Leser den gesamten Inhalt wenig vertrauenswürdig bis lächerlich.

Nicht der Leser ist Gast auf deiner Website. Deine Website ist Gast auf dem Bildschirm des Nutzers!

Die wesentlichen Punkte im Detail

Titel und Teaser - sexy & spannend

Titel und Schlagzeile – im Web der Teaser oder Blurb – sind das Versprechen einen interessanten Text zu finden. Titel und Teaser sind ein Funktions-Paar. Sie sind mal Sonnenaufgang, mal Erdbeben oder ein knackiger Hintern in Textform. In Suchmaschinen und bei Links in Social-Media entscheiden die ersten – maximal 220 Zeichen – ob der Artikel angeklickt wird.

  • Titel und Teaser schreibt man am besten zum Schluß, wenn der gesamte Text fertig ist.
  • Perfekte Länge – So viel wie nötig. So wenig wie möglich. Suchmaschinen zeigen nur die ersten 60 Zeichen des Titels, 160 Zeichen vom Teaser.
  • Füllwörter unbedingt vermeiden.
  • Schlüsselbegriffe – Keywords – sind wichtige Signale für Mensch und Suchmaschine. Sie sollen gezielt eingesetzt werden.
  • Von zwei Wörtern das kürzere Wort wählenohne Geschmack schal
  • Nicht mehr versprechen als gehalten wird
  • Keine Plagiate: Populäre Slogans, Metaphern, Vergleiche etc. nicht 1:1 verwenden. Abwandeln mit Sprachwitz ist erlaubt:
    Husten, Schnupfen, Heiserkeit.“
    Husten. Schnupfen. Heiterkeit.
    Forscher untersuchen Lachgas als Medizin  gegen Erkältungen.

Keywords - gezielt & gut platziert

Es gab eine Zeit, da rieten Suchmaschinen-Optimierer Texte mit Schlüsselwörtern vollzustopfen. Doch alle großen Schritte Googles weisen darauf hin, dass einer natürlichen, für den Leser gut verständlichen Sprache mit interessanten Inhalten die Zukunft in den Suchmaschinen gehört. ‚Things not Strings.‘ –  Es geht um griffige Dinge und durchgängige Sachverhalte im Text, nicht um Keywords.

  • Das Haupt-Keyword sollte im Titel, damit auch in der Internetadresse verwendet werden.
  • In Absatzüberschriften kommen Schlüsselwörter bei Leser und Suchmaschine gut an.
  • Wichtig ist, dass sie in Zwischenüberschriften nicht nur in der Schriftgröße, sondern auch durch Auszeichnungen – fett oder kursiv oder unterstrichen – hervorgehoben werden.
  • Wenn Keywords in hundert Wörtern drei bis fünf Mal vorkommen gefällt das den Lesern und den Suchmaschinen. Eine geringere Wortdichte nehmen Google & Co nicht als Keyword wahr; bei einer größeren Wortdichte kann die Seite möglicherweise als unseriös eingestuft und gar nicht mehr angezeigt werden.

Sprache - schlicht & klar

Eine schlichte und klare Sprache ist wichtig. Sie orientiert sich an Fakten. Sie enthält keine umständlichen Formulierungen. Die Schlichtheit bezieht sich auf die Wortwahl und die Formulierung.

  • Einfacher Satzbau – Subjekt, Verb, Objekt. Keine eingeschobene Nebensätze.
  • Kurze Sätze
  • Verben beleben den Text.
  • Adjektive können aber zu Text-Blähungen führen: Der geschätzte und geneigte Leser verliert dadurch die eigentliche und präzise Aussage aus den blauen Augen.
  • Kurze WörterBeendigungszeitpunkt Ende
  • Keine Floskeln und Modewörter wie Innovation, Synergieeffekte, am Ende des Tages …
  • Wörter die auf -ung enden möglichst vermeiden: Die Verwendung von Amtsdeutsch führt beim Leser zu Aufmerksamkeitsverweigerung!
  • Keine uns. Abk. unsinnigen Abkürzungen
  • Keine schwierigen (Fremd-)WörterAkrophobie Höhenangst
  • Fachbegriffe müssen erklärt werden.
  • Längere zusammengesetzte Wörter durch Bindestriche trennen: Haftpflichtversicherung = Haftpflicht-Versicherung
  • Keine Füllwörter wie eigentlich, nun, an sich, ziemlich, irgendwie, sozusagen …
  • Keine blumigen Umschreibungen: Wien, die charmante Walzerstadt an der schönen blauen Donau, war ein Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2008.
  • Sehr unbeliebt ist Werbesprache, die mit Superlativen grosse Versprechungen macht. Gedruckte Texte aus Prospekten und Imagebroschüren sollen nie unbearbeitet ins Web übernommen werden!

Inhalt - deutlich & direkt

Online Leser mögen Texte, die auf das Wesentliche eingehen. Umständliche Formulierungen und endlose Beschreibungen mögen sie nicht.

  • Die W-Fragen – Wer, Was, Wo, Wie und Wann – sollten am Anfang beantwortet werden.
  • Jedes überflüssige Wort streichen. Überflüssig ist ein Wort immer dann, wenn es an sich keinen bedeutenden zusätzlichen Informationsgehalt für den Leser hat .
  • Keine Wiederholungen
  • Links zu relevanten Texten statt umständlicher Erklärungen

Form - strukturiert & übersichtlich

  • Eine Information pro Absatz
  • Ein Absatz kann auch nur aus drei Sätze bestehen
  • Zwischenüberschriften sind Orientierungs-Punkte. Sie dienen der Struktur und der raschen Überblickbarkeit des Textes.

 

Brich jede dieser Regeln, bevor du deinen Text verbiegst!

Viel Freude beim Schreiben!
Eure Onlinerin
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