Hintergründe der Hackerszene - Die Onlinerin

Was ist ein Hacker?

Hacker leaken Xbox One Developer Kit … Hacker legen Xbox und Playstation lahm … Hacker-Angriff auf Sony Pictures offenbart die zweifelhaften Geschäftspraktiken der US-Filmbranche.

Die jüngsten Schlagzeilen, mit denen die Hacker-Szene in den öffentlichen Fokus gerät, als Anlass den Begriff Hacker etwas näher zu hinterfragen.

Das Vorurteil: Der Nerd mit Krankenkassenbrille

Das öffentliche Bild der Hacker-Szene wird düster und mystisch gezeichnet. Manchmal auch romantisch-verklärt: Hochintelligenter Teenager, Pickel und zu große Krankenkassenbrille auf blasser Nase. Computerfreak die virtuelle Welt nur kurz verlassend um sich Junk Food reinzuhauen. Oder „Lisbeth Salander“: Brutal, brilliant, bezaubernd, beschädigt und begnadet.

Der Ursprung: Einfallsreiche Experimentierer

Wau Holland:
„Ein Hacker ist jemand, der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann“.

In seiner ursprünglichen Verwendung bezieht sich der Begriff auf Tüftler im Kontext einer verspielten selbstbezüglichen Hingabe im Umgang mit Technik. Am Tech Model Railroad Club of MIT, dem Geburtsort des Begriffs – gegen Ende der 1950er Jahre – steht Hacker für jemand, der seinen Einfallsreichtum nutzt, um ein kluges Ergebnis zu erreichen, einen Hack.

Das Motiv: Der Hack

„to hack“ übersetzt „zerhacken, einhauen, kaputtmachen“ beschreibt die Arbeitsweise des Hackers, eine Sache nicht von der angedachten Seite zu betrachten, sondern es auf andere Weise zu testen und zu nutzen.

Das Wesen eines Hacks ist es, dass er rasch durchgeführt wird, effektiv ist und unelegant sein kann. Er erreicht das gewünschte Ziel, ohne die Systemarchitektur, in die er eingebettet ist, komplett umformen zu müssen, obwohl er oft im Widerspruch zu ihr steht. Und wie schon gesagt, ein Hack kann in vielen Bereichen des Lebens zum Erfolg führen. The CrazyRussianHacker hat eine grosse Fan-Gemeinde …

Sind Hacker nun Kriminelle oder doch moderne Robin Hoods?

Ebenso wie von der Person des Hackers, überwiegen auch von der Szene stereotype Vorstellungen. Die einen halten sie für kriminelle Datendiebe und Spione, die anderen sehen in ihnen eine Art „elektronischen Robin Hood“, der Informationen frei zugänglich macht. Es gibt aber Unterschiede, wenngleich sie auch fein sind. Hacker oder Cracker? Ethik oder Geldgier auf dem elektronischen Datenhighway? Viele offene Fragen auf die es keine eindeutige Antwort gibt.

Hacker, Cracker, Crasher, Scriptkiddies

Grob gesehen lassen sich Hacker in drei Gruppen unterscheiden, die jeweils ein völlig eigenständiges Verständnis über ihre Hackziele haben:

Hacker

Der “echte” Hacker ist grundsätzlich nicht daran interessiert, Systeme zu beschädigen oder zu zerstören. Ihn interessieren Abläufe die Fehler, Sicherheitslöcher und Systemschwächen erzeugen. Viele (potentielle) Risiken werden durch Hacker gefunden und dokumentiert. Hacker sind oft an Systemverbesserungen beteiligt.

Cracker

Cracker sind darauf spezialisiert, Kopierschutzmechanismen von kommerziellen Computerprogrammen zu knacken. Die geknackten Programme werden der Allgemeinheit oder der eigenen Crackergruppe zur Verfügung gestellt. Crackergruppen schmücken sich meist mit mystischen Namen. Zwischen den Gruppen herrscht regelrechter Wettbewerb um das beste Softwareangebot. Cracker arbeiten meistens im Untergrund. Die Illegalität des Tuns lässt sie kaum mit realen Namen in Erscheinung treten.

Crasher & Scriptkiddies

Der Schwerpunkt der Crasher-Szene liegt vor allem darin, in fremde Computersysteme einzudringen um sie mutwillig zum Absturz zu bringen “to crash”. Wegen ihrerer geringen Fachkenntnis – sie nutzen oft einschlägig bekannte Tools für ihre zerstörerischen Aktivitäten – sind mit dem in jeder Beziehung Hacker unethischem Verhalten in der Hackerszene sehr unbeliebt.

Eine recht neue Gruppe sind die Scriptkiddies. In der Regel glänzen sie durch mangelhaftes Wissen über technischen Grundlagen und nutzen bereits bekannte Sicherheitslöcher aus. Mit schon bekannten Exploits – das sind Demo-Programme, die explizit bestimmte Sicherheitslöcher ausnutzen – machen sie das Web unsicher. Im Gegensatz zu Hackern haben sie keine Ambitionen, Technik zu verstehen und Sicherheitsprobleme zu dokumentieren. Sie suchen den “Kick”. Sie wollen sich hervorheben. Scriptkiddies sind deshalb besonders eifrig und extrem problematisch. Mit ihrem fehlenden Hintergrundwissen können sie die Tragweite der Schäden die sie anrichten meistens nicht überblicken. Ihre Unkenntnis verrät sie allerdings oft schnell.

 

Schluss

Auch im digitalen Raum gibt es in Bezug auf Ethik keine schwarz/weiss Pauschalen und besonders die Welt der Hacker liegt nicht nur wegen der verschiedenen Zugangsweisen in einer Grauzone. Nicht einmal der Einbruch in ein Computersystem, an sich ein klares Delikt, lässt sich pauschal als schlecht abtun. Es könnte ja auch der Allgemeinheit nutzen. „Echte“ Hacker – bisweilen auch Cracker – machen mit ihrer Arbeit die Welt tatsächlich oft ein Stück sicherer oder transparenter. Viele bekannte und anerkannte Sicherheitsexperten starteten ihre Karriere mit Hacken.

Allerdings wird der Deckmantel, dass man nur auf Sicherheitslücken hinweisen möchte, zum eigenen Geschäft, wird die Sache recht fragwürdig. Und Schaden anzurichten um auf sich selbst oder eine Ideolgie Aufmerksamkeit zu richten – das ist dann wieder eine ganz eigene Geschichte …

… meint Eure Onlinerin 😉

 

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